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Archiv 2014

 
28.05.2013

Zuhören und mit Rat und Tat zur Seite stehen …

Hand mit Schlüsselbund

Parallel zum Anstieg der Lebenserwartung ist auch mit einer Zunahme von Menschen mit Demenz zu rechnen. Im Alter zwischen 65 und 69 erkrankt jeder Zwanzigste daran, zwischen 80 und 90 ist schon fast jeder dritte Mensch betroffen. In Österreich leben ca. 160.000 Menschen mit dieser Krankheit.

Demenz betrifft den gesamten Menschen und in besonderer Weise auch sein Umfeld. Während anfangs die fortschreitende Vergesslichkeit bemerkbar ist, dominieren ab dem mittleren Stadium Beeinträchtigungen im Alltag und in der Selbständigkeit sowie Verhaltensauffälligkeiten, die nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für deren Umfeld eine weitaus größere Belastung darstellen als der Gedächtnisverlust. Eine möglichst frühzeitige Abklärung und Diagnose ist wichtig, um mit entsprechenden Therapien den Krankheitsverlauf beeinflussen und entsprechende Unterstützung anbieten zu können.

Lebensqualität für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen

„Ich kann nicht mehr.“ Mit dieser Aussage, gleich einem Hilferuf, war Manfred Hörwarter, Leiter des Tageszentrums in Salzburg-Gnigl im vorigen Jahr konfrontiert. Die Angehörige eines an Demenz erkrankten, energischen Ehemannes suchte Rat und Hilfe. Ihr Mann befindet sich im fortgeschrittenen Stadium einer Demenz und neigt zu aggressivem Verhalten. Anfangs wurde die Ehefrau noch von einer Angehörigen unterstützt, seit über zwei Jahren ist sie aber mit der Pflege ihres Gatten auf sich alleine gestellt.

Dass es sich dabei um kein Einzelschicksal handelt, wissen die Mitglieder des Kernteams der Demenzberatung im Diakonie-Zentrum. Der Gerontopsychologe Dr. Alexander Aschenbrenner, die Leitungen der beiden Tageszentren für Senioren, Barbara Wimmer und Manfred Hörwarter, sowie die beiden Fachärzte für Neurologie bzw. Psychiatrie der Klinik Diakonissen Salzburg, Dr. Klaus-Dieter Kieslinger und Dr. Claudia Schwarz-Ambold, freuen sich über die neu geschaffenen Möglichkeiten der Demenzberatungsstelle. Denn der Bedarf ist gegeben.

Mit Information über die Erkrankung und den Umgang damit können Angehörige die vielfältigen Anforderungen der Betreuung und Pflege besser bewältigen. Dementsprechend wurden nun im Diakonie-Zentrum Salzburg für Menschen mit Demenz bzw. mit Verdacht auf Demenz, für deren Angehörige bzw. Vertrauenspersonen aber auch für Fachpersonen in der Betreuung von Menschen mit Demenz maßgeschneiderte Beratungen und Dienstleistungen vernetzt bzw. konzipiert.

Kostenlose Beratung und Unterstützung

Dass das Konzept der Demenzberatung im Diakonie-Zentrum überhaupt realisiert werden konnte, ist der großzügigen Finanzierung durch eine deutsche Stiftung zu verdanken. Die widmungsgemäße Verwendung der Mittel und deren Wirkung werden durch die Universität Witten-Herdecke evaluiert.

Die kostenlose allgemeine Demenzberatung für Betroffene und ihre Angehörigen reicht vom telefonischen Erstkontakt über ausführliche persönliche Gespräche bis hin zu mehrmaligen begleitenden Beratungen, bei Bedarf auch direkt im jeweiligen Wohnumfeld, und wird von den beiden Tageszentrumsleitungen angeboten. Neben der gerontopsychologischen Beratung wird eine ebenfalls kostenlose fachärztliche Sprechstunde in das Programm neu aufgenommen.

Das Alzheimer-Café im Sozial- und Gesundheitszentrum St. Anna in Salzburg-Gnigl, in Kooperation mit der Selbsthilfegruppe „Alzheimer Angehörige Salzburg“, wird durch Schulungs- und Unterhaltungsangebote bereichert: Fachvorträge, Workshops und Nachmittage unter dem Motto „Gemeinsam aktiv“ für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen stehen 2013 im Veranstaltungskalender. Und falls der Wunsch nach regelmäßigen Besuchen und verlässlicher Gemeinschaft geäußert wird, kann auf die Freiwilligen-Netzwerke zurückgegriffen werden, die das Diakonie-Zentrum im Auftrag der Stadt Salzburg koordiniert.

Mit der Demenzberatung kann das Kompetenz-Netzwerk Alter im Diakonie-Zentrum Salzburg einmal mehr die Vorteile unter Beweis stellen, die diakonische Qualität „aus einer Hand“ mit sich bringen kann.

Demenzberatung Diakonie-Zentrum Salzburg

  • Allgemeine Demenzberatung
  • Psychologische Beratung
  • Psychologische Demenz-Diagnostik bzw. Testung
  • Fachärztliche Sprechstunde
  • Alzheimer-Café
  • Fachvorträge
  • „Hilfe beim Helfen“: Workshops bzw. Schulungen
  • „Gemeinsam aktiv“ für Menschen  mit Demenz und Angehörige
  • Freiwilligen-Netzwerke Salzburg

Die multidisziplinären Beratungen und Dienstleistungen können großteils  kostenlos in Anspruch genommen werden.

Info unter Tel. 0664/8582682 oder www.demenzberatung-salzburg.at

Autor: Erwin Oberbramberger


Hand mit Schlüsselbund