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Archiv 2014

 
20.01.2014

Tahmouras Moshir: Ein Ehrenamtlicher mit Asylstatus

Tahmouras Moshir im Gespräch

Er ist ehrenamtlicher Besucher im Rahmen der Freiwilligen-Netzwerke Salzburg, gibt Asylwerbern Deutsch- und Mathematikunterricht und engagiert sich auch noch bei Blaulicht-Organisationen: Tahmouras Moshir ist ein umtriebiger Freiwilliger mit Asylstatus, der mit gängigen Vorurteilen aufräumen will.

Vor rund vier Jahren kam Tahmouras Moshir nach Österreich und suchte um Asyl an. Um das Warten auf den inzwischen positiven Asylbescheid sinnvoll zu nutzen, lernte er nicht nur sehr schnell Deutsch, sondern wurde auch als Ehrenamtlicher aktiv. „Ich habe mich im Iran immer schon freiwillig engagiert. Seit ich in Österreich bin, habe ich Vieles gesehen, und wollte etwas machen“, erklärt der 28-Jährige. Ihm sei schnell aufgefallen, dass es viele alte Menschen in Österreich gibt, die keine Familie haben oder deren Angehörige weit weg wohnen. „Es gibt viel mehr einsame Menschen in Österreich als im Iran“, erzählt Herr Moshir.

Er suchte deshalb im Internet nach einer Möglichkeit, älteren Menschen zu helfen, und stieß dabei auf ein Inserat der Freiwilligen-Netzwerke. Nach dem Erstgespräch mit Freiwilligen-Koordinatorin Michaela Wallmann war für in klar, dass er ein ehrenamtlicher Besucher werden möchte. „Ich habe ungefähr ein Jahr lang eine 90-jährige Dame besucht“, erzählt Herr Moshir. Dabei habe er sehr viel gelernt, nicht nur über die österreichische Kultur, sondern auch über die Bedürfnisse hochbetagter Menschen.

Bei all diesen sozialen Erfahrungen ist für Tahmouras Moshir die Wertschätzung, die ihm als Ehrenamtlicher der Freiwilligen-Netzwerke entgegengebracht wird, besonders wertvoll. „Wertschätzung, das heißt Motivation“, ist sich Herr Moshir sicher. Dass ihm diese gerade im Sozialbereich besonders entgegengebracht wird, wirkt sich auch auf den Berufswunsch des ehemaligen Informatikstudenten aus. Er will in einem Sozialunternehmen arbeiten und dadurch auch mit gängigen Vorurteilen gegenüber Asylwerbern und Ausländern aufräumen. „Mich nervt es, dass man alle in einen Topf wirft“, erklärt Herr Moshir. „Wir sind auch Menschen, die die Kultur kennenlernen und etwas für die Gesellschaft machen wollen.“ Für das neue Jahr wünscht er sich jedenfalls mehr gesellschaftliche Akzeptanz, Gesundheit sowie einen Arbeitsplatz, um ausreichend Geld für ein neues Leben in Salzburg zu verdienen.

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Tahmouras Moshir im Gespräch Tahmouras Moshir, Michaela Wallmann und Michael König