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Archiv 2014

 
10.11.2014

Diakoniewerk Salzburg erhielt den Diakoniepreis 2014

Verleihung Diakoniepreis

Im Rahmen des Reformationsempfangs erhielt das Diakoniewerk Salzburg in der Aula der Wissenschaften in Wien am 29. Oktober für das Projekt „Finanzielle Unterstützung des Einsatzes und der Koordination von Freiwilligen in einem Notquartier für Bettler“ den mit EUR 5.000,-- dotierten Diakoniepreis.

Stellvertretend für Geschäftsführer Michael König nahmen Christine Deußner, Stabstelle Ehrenamt im Diakoniewerk Salzburg, Edda Böhm-Ingram, Caritas Salzburg, Gerhard Baumann, Freiwilliger in der Notschlafstelle, und Erwin Oberbramberger, Assistenz Geschäftsführung, den Diakoniepreis entgegen.

Das Thema der Notreisenden vor allem aus EU-Ländern in Südosteuropa wird seit geraumer Zeit kontrovers diskutiert. Nicht nur in unseren österreichischen Großstädten.

In Salzburg hat sich vor knapp einem Jahr eine Plattform gebildet, initiiert von der Caritas Salzburg, dem Diakoniewerk, der Erzabtei St. Peter und dem Roma-Verein Phurdo – mit dem Namen „Armut hat Platz“. Und wie es der Name signalisiert, geht es dabei um Nothilfe für die BettlerInnen in unseren Straßen, um Lobbying für die Armut, mit einem Aufruf zu mehr Toleranz und Wertschätzung, und um das Bemühen, auch in den Herkunftsländern eine Besserung zu erwirken.

In Salzburg führt die Caritas eine Notschlafstelle, in der aktuell 20 Frauen ein warmes Abendessen, ein trockenes Bett und Frühstück bekommen, bevor sie wieder ins Freie gehen und bettelnd ihren Lebensunterhalt verdienen. Ab Mitte November wird die Notschlafstelle in ein größeres Übergangsquartier übersiedeln, dort können bis zu 35 Frauen und Männer eine Notunterkunft finden. Die Suche nach einer ganzjährigen Lösung für rund 50 Menschen geht weiter.

Das Diakoniewerk Salzburg hat sich zum Ziel gesetzt, für die Notschlafstelle die freiwilligen Kräfte zu sammeln. Und da zu einer guten Begleitung der Freiwilligen auch finanzielle Mittel notwendig sind, beispielsweise für Freiwilligenkoordination, Beratung, Dolmetschdienste, Fortbildung, Supervision und Öffentlichkeitsarbeit, wird der Diakoniepreis dafür zweckgewidmet.

"Das Innovative an diesem Projekt ist, dass Hauptamtliche gemeinsam mit Ehrenamtlichen diese Notschlafstelle betreuen. Hier soll es zum Austausch kommen zwischen Profession und Engagement. Ehrenamtliche sind dabei die Botschafter, die die Anliegen der Bettler in die Öffentlichkeit tragen sollen, um ein besseres Auskommen in der Gesellschaft zu fördern", lobte Ingrid Tschank, Vizepräsidentin der Synode und Generalsynode, den Einsatz des Diakoniewerks Salzburg.

Erwin Oberbramberger richtete die Dankesworte an alle Mitwirkende der Plattform „Armut hat Platz“ und alle MitarbeiterInnen, die sich für die Notreisenden engagieren. Und er dankte ganz nach dem Motto „Menschen Zukunft schenken“ den Anwesenden beim Reformationsempfang dafür, „dass wir in der Gemeinschaft weiterhin und verstärkt für die Menschen da sind, die unsere Nothilfe brauchen“.

Insgesamt wurden in diesem Jahr drei Projekte mit dem von der Evangelischen Kirche A. und H.B. verliehenen und von der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich gestifteten Diakoniepreis ausgezeichnet. Die mit jeweils EUR 2.500,-- dotierten zwei weiteren Preise gingen an die Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Marchtrenk sowie an die Evangelische Pfarrgemeinde A. und H.B. Graz-Heilandskirche.

Foto: epd/Uschmann


Verleihung Diakoniepreis